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Frauen der Bibel – Die Enthüllung von Gottes Wort   

Für «forumKirche» (Pfarreiblatt der Bistumskantone Schaffhausen und Thurgau) stellt die Bibelpastorale Arbeitsstelle 24 Artikel zu «Frauen der Bibel» zusammen. Mit der Ururur...grossmutter von Jesus startet die Reihe, auf Eva und die Braut dürfen wir uns freuen. Hier eine Hinführung zum Thema.

Katja Wißmiller – Natürlich haben Frauen heute die gleichen Chancen wie Männer. Selbstverständlich ist die Berufswahl nicht vom Geschlecht abhängig. Allen voran hat der Apostel Paulus Bahnbrechendes in seiner Zeit für die christlichen Gemeinden geschrieben. In seinem Brief an die Galater setzte er visionäre Zeichen, die heute die Kirche zu einem Vorbild für Chancengleichheit machen. Paulus schreibt, dass durch die Taufe alle gleich sind und zum Leib Christi gehören, dass «männlich» und «weiblich» und jede Art von herrschender Unterdrückung nicht mehr existieren.


Falls Sie sich nun aufregen, geschätzte Leserin, beruhigen Sie sich bitte wieder. Natürlich sind wir weit weg von diesem Ideal! Es tut einfach gut, so etwas zu schreiben. Wahr ist aber, dass dieser Brief des Apostels unseren Gleichstellungsbemühungen weit voraus ist. Die Einteilung in der Gesellschaft in Männer und Frauen ist eine schwer wegzudenkende Norm, die in vielen Bereichen die Menschen in Korsetts zwingt – Frauen und Männer.

Die unfruchtbare Grossmutter
Die in der katholischen Kirche veröffentlichten Dokumente zum Thema «Frau» tragen ihren Teil daran, dass Frauen bis heute benachteiligt werden, auf ihre Biologie als potentielle Mutter reduziert oder für böse Versuchungen in der Welt verantwortlich gemacht werden. Wer das viel gelobte apostolische Schreiben Evangelii Gaudium von 2013 liest, findet für die Aufgabe der Frau in Gesellschaft und Kirche eigentlich nur zwei Rollen: Mutter oder Heilige und dazu Maria als aussergewöhnliche Vorbildfrau, die tatsächlich beides unter einen Hut brachte. Auch der jüngste Vergleich des Papstes, dass Europa einer «leblosen unfruchtbaren Grossmutter » ähnelt, zeigt, dass Frauenbilder immer noch mit der Gebärmutter und irgendwie Schwachem konnotiert werden. Abgesehen davon, dass der Vergleich hinkt: Ausgerechnet eine Grossmutter, die zwei Generationen in und auf ihrem Schoss grossgezogen hat, wird hier als unfruchtbar bezeichnet.

24 Frauenrollen
Der erwähnte Brief an die Galater ist nur ein Beispiel dafür, dass die Bibel mit bestehenden Systemen gerne abrechnet und den benachteiligten Frauen und Männern (!) Raum verschafft. In der Serie «Frauen der Bibel» zeigen verschiedene Autoren und Autorinnen auf, wie Frauen mitwirken am Heilsplan Gottes und welcher Stellenwert ihnen in der Bibel zugesprochen wird. Es sind konkrete Geschichten, keine Geschichtsschreibung, sondern bewusst platzierte, kunstvoll komponierte Gestalten, die sich durch die Jahrhunderte in der Bibel erhalten haben. Frauen nehmen in der Bibel Vorbildfunktionen wahr, nicht nur für Frauen. Im Gegenteil: Sie gehen beispielhaft ihrem Volk voraus, gebären die Helden der Bibel, deuten Gottes Handeln, sind Trägerinnen der Offenbarung und Hüterinnen des Lebens.

Die vergessenen Frauen
Die biblische Welt selbst ist nicht frei von patriarchalen Strukturen. Ihre Sprache versteckt häufig die Anwesenheit von Frauen: «Banim», das hebräische Wort für Söhne und «Adelphoi», das griechische Wort für Brüder wird selbstverständlich verwendet, wenn in der entsprechenden Gruppe auch Frauen sind. Diese Begriffe werden selten mit «Kinder» oder «Geschwister» übersetzt. Es ist falsch, anzunehmen, dass dabei nur Männer gemeint sind. Trotzdem sitzen die Bilder tief, dass Jesus nur von Jüngern umgeben war und dass alle Apostel Männer waren. Als Beispiel seien die Emmaus-Jünger hier genannt. Auf dem Weg nach Emmaus begegnet der Auferstandene zwei von seinen Jüngern, die ihn erst erkennen, als er mit ihnen das Brot teilt. Namentlich wird nur einer genannt: Kleopas. Es wäre sogar wahrscheinlich, dass sein Weggefährte eine Frau ist, die nachher zwar spricht, aber namenlos bleibt wie viele. Trotzdem werden die sogenannten Emmaus-Jünger immer als zwei Männer dargestellt. Das Evangelium überlässt es also den Lesenden, sich ein Bild von diesem Paar zu machen.

«Die Zwölf»
Es macht keinen Sinn, «die zwölf Apostel» auswendig zu lernen, ohne dass das Wissen vermittelt wird, dass diese Zahl symbolisch an die zwölf Stämme Israels und damit an eine grössere Gemeinschaft erinnert. In der Bibel wird der Kreis der Zwölf sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Auch wird «die Zwölf» manchmal für eine ganze Gruppe von Leuten verwendet und meint die, die Jesus und der entstehenden neuen Bewegung nahe stehen. Ähnlich wird heute von der «Schweizer Elf» gesprochen. Gemeint sind jeweils die, die aktuell auf dem Fussball-Feld sind. Aber sie sind austauschbar. Auch die Evangelisten setzen die Namen bewusst in ihre Erzählungen. In den sogenannten Grusslisten (z.B. Röm 16,1-16) tauchen Namen auf wie Phöbe, Priska, Maria und Junia. Diese stehen den Männern in Leitungs- und Sendungsauftrag in nichts nach. Andronikus und Junia werden als «ausgezeichnet unter den Aposteln» genannt.

Die vergessenen Frauen
Die biblische Welt selbst ist nicht frei von patriarchalen Strukturen. Ihre Sprache versteckt häufig die Anwesenheit von Frauen: «Banim», das hebräische Wort für Söhne und «Adelphoi», das griechische Wort für Brüder wird selbstverständlich verwendet, wenn in der entsprechenden Gruppe auch Frauen sind. Diese Begriffe werden selten mit «Kinder» oder «Geschwister» übersetzt. Es ist falsch, anzunehmen, dass dabei nur Männer gemeint sind. Trotzdem sitzen die Bilder tief, dass Jesus nur von Jüngern umgeben war und dass alle Apostel Männer waren. Als Beispiel seien die Emmaus-Jünger hier genannt. Auf dem Weg nach Emmaus begegnet der Auferstandene zwei von seinen Jüngern, die ihn erst erkennen, als er mit ihnen das Brot teilt. Namentlich wird nur einer genannt: Kleopas. Es wäre sogar wahrscheinlich, dass sein Weggefährte eine Frau ist, die nachher zwar spricht, aber namenlos bleibt wie viele. Trotzdem werden die sogenannten Emmaus-Jünger immer als zwei Männer dargestellt. Das Evangelium überlässt es also den Lesenden, sich ein Bild von diesem Paar zu machen.

«Die Zwölf»
Es macht keinen Sinn, «die zwölf Apostel» auswendig zu lernen, ohne dass das Wissen vermittelt wird, dass diese Zahl symbolisch an die zwölf Stämme Israels und damit an eine grössere Gemeinschaft erinnert. In der Bibel wird der Kreis der Zwölf sehr unterschiedlich zusammengesetzt. Auch wird «die Zwölf» manchmal für eine ganze Gruppe von Leuten verwendet und meint die, die Jesus und der entstehenden neuen Bewegung nahe stehen. Ähnlich wird heute von der «Schweizer Elf» gesprochen. Gemeint sind jeweils die, die aktuell auf dem Fussball-Feld sind. Aber sie sind austauschbar. Auch die Evangelisten setzen die Namen bewusst in ihre Erzählungen. In den sogenannten Grusslisten (z.B. Röm 16,1-16) tauchen Namen auf wie Phöbe, Priska, Maria und Junia. Diese stehen den Männern in Leitungs- und Sendungsauftrag in nichts nach. Andronikus und Junia werden als «ausgezeichnet unter den Aposteln» genannt.

 

Zu den Artikeln: www.forumkirche.ch

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