Maria Magdalena

Welt und Umwelt der Bibel 48 2/2008

Maria Magdalena vereinigt höchst unterschiedliche und sehr widersprüchliche Charaktere in sich: Sie gilt als Heilige und Sünderin, als Apostolin und Prostituierte. Unzählige Bilder, Romane und Filme erzählen von ihr. Ihre Faszination ist bis heute ungebrochen. Immer wieder wird auch über ihr Verhältnis zu Jesus spekuliert.
Die biblischen Nachrichten über Maria Magdalena sind zwar gering, doch umso bedeutsamer: Sie wurde geheilt von Jesus. Und alle vier Evangelien berichten übereinstimmend, dass die Frau aus Magdala zu den ersten Zeuginnen der Auferstehung Jesu zählt. Ganz offensichtlich spielte sie in den frühchristlichen Gemeinden eine wichtige Rolle. Die Beiträge in «Welt und Umwelt der Bibel» zeichnen diese biblischen Überlieferungen nach.
«Welt und Umwelt der Bibel» berichtet aber auch von den Ausgrabungen in Magdala und zeigt, wie die Gestalt der Maria Magdalena im Lauf der Tradition symbolischen Charakter erhält. In ausserbiblischen Texten wird sie zur Konkurrentin des Petrus, jedoch auch zur Sünderin und Büsserin. Im Bild Maria Magdalenas spiegeln sich also immer auch die jeweiligen gesellschaftlichen Bilder von der Stellung der Frau. Das zeigen Gemälde und Statuen ebenso wie moderne Filme. Reich bebildert informieren die Beiträge in «Welt und Umwelt der Bibel» auch über diese Jahrhunderte lange Wirkungsgeschichte.