Gott ahnen

Bibel und Kirche 1/2008

Es müsste sich längst herumgesprochen haben: Eine eindeutige Definition Gottes gibt es nicht! Und obwohl die Bibel von der ersten bis zur letzten Seite von Gott spricht: von der göttlichen Zuwendung zu den Menschen, von Gefühlen Gottes wie Liebe und Zorn – das Geheimnis Gottes bleibt dennoch erhalten. Israels Gottesbeziehung wird geradezu begleitet vom Paradox der unerreichbaren Nähe Gottes. Der Gott, der zu seinem Volk spricht, entzieht sich diesem zugleich – im Moment des Sprechens.
Mit dem Titel «Gott ahnen» greift das aktuelle Heft von «Bibel und Kirche» vielfältige biblische Zeugnisse von Gotteserfahrung in der Spannung zwischen Offenbarung und Geheimnis auf: Gott im Gespräch mit Mose und seinem Volk, in dunklen Begegnungen, mitten im Alltag oder im wechselvollen Verlauf der eigenen Biografie, wie er sich z. B. beim alttestamentlichen Jakob zeigt. Ungewohnt ist auch die biblische Rede von einem Gott, der seine Meinung ändert, ja geradezu darauf wartet, von uns Menschen umgestimmt zu werden.
Wie immer rundet eine biblische Bücherschau mit einem Blick auf den aktuellen theologischen Buchmarkt das Heft ab.