«Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt» (Lk 4,14-30)

Bibelsonntag 2004

«Heute ist dieses Wort der Schrift erfüllt». Im Text Lukas 4,14-30, der im Zentrum des Bibelsonntags steht, hält Jesus in der Synagoge seiner Heimatgemeinde Nazaret diese Kurzpredigt, nachdem er aus dem Propheten Jesaja vorgelesen hatte. Das Gewöhnliche und Vertraute – das Ritual der Bibellesung im wöchentlichen Gottesdienst wird plötzlich zur brandaktuellen Herausforderung und Zumutung für die Zuhörenden. Und das ist die Rede vom Gnadenjahr Gottes, das den Armen verkündet wird, bis heute geblieben: eine Herausforderung und Zumutung für Gesellschaft und Kirche.

Die Unterlagen zum Bibelsonntag machen das Alltägliche dieses Textes aus dem Lukasevangelium deutlich, den Ablauf eines gewöhnlichen jüdischen Synagogengottesdienstes und die dort gebräuchliche Art und Weise die Heiligen Schriften zu lesen und auszulegen. Sie zeigen auch, worin die aktuellen, «heutigen» Herausforderungen der Jesajaverheissung bestehen. Die Unterlagen machen aber vor allem deutlich, was die Rede von der Erfüllung der Schrift bedeutet: die Vergegenwärtigung der Verheissung, die die Wahrheit der zitierten Schrift beglaubigt und die Geschichte Gottes mit den Menschen fortschreibt. So meint die Rede von der Erfüllung der Schrift keinen Bruch mit der jüdischen Bibel oder eine Ablösung der Verheissung, sondern verknüpft den christlichen Glauben enger mit seinen Wurzeln.

Die Unterlagen zum Bibelsonntag sind wie jedes Jahr durch eine ökumenische Arbeitsgruppe erstellt worden. Sie beinhalten neben den Hintergrundmaterialien eine Predigtskizze, Elemente zur Gottesdienstgestaltung und zwei Bibelarbeiten.