Die apokryphen Evangelien

Bibel und Kirche 2/2005

Immer wieder erregen sie Aufsehen: Berichte von neuen, bislang «geheimgehaltenen» Evangelien, auf deren Grundlage dann angeblich die Bibel und die Kirchengeschichte neu geschrieben werden muss. Das letzte Beispiel in dieser Reihe ist die Übersetzung des Judasevangeliums.
Doch apokryphe Evangelien sind keine «Geheimakten». Sie sind Zeugen der vielfältigen Jesustraditionen im frühen Christentum. Zwar fanden sie ihren Weg nicht ins Neue Testament, prägten aber dennoch über Jahrhunderte die christliche Kunst und Frömmigkeit.
«Bibel und Kirche» stellt einzelne apokryphe Evangelien vor, – die Evangelien der Judenchristen, das Thomasevangelium und das Evangelium der Maria. Es fragt danach, wie der Kanon des Neuen Testaments entstand, und was apokryphe Evangelien über die biblischen Texte hinaus erzählen. Ausserdem kommt die Aufnahme apokrypher Traditionen im Koran in den Blick.
Eine ausführliche Bücherschau und Meldungen aus der (biblischen) Welt ergänzen das Heft.