Krieg

Bibel und Kirche 4/2005

Opfer von Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen sind über Jahre und Jahrzehnte davon gezeichnet. Es braucht eine lange Distanz, um für die erlebte Gewalt, die Zerstörung, den Tod, überhaupt Worte finden zu können. Diese Distanz bringt aber auch Veränderungen mit sich, denn begreifen, was geschehen ist, sich erinnern, verläuft nicht geradlinig. Wenn wir versuchen, Erlebtes in Sprache zu fassen, dann verändern wir es auch, bewusst oder unbewusst.
Solchen Prozessen der medialen Veränderung will die aktuelle Ausgabe von «Bibel und Kirche» kritisch nachgehen. Der inhaltliche Bogen ist weit gespannt. Wie gehen Menschen mit Krieg biographisch, politisch, religiös um? Wie versuchen sie angesichts eines chaotischen Geschehens für sich und andere so etwas wie Sinn zu stiften? Was hilft ihnen dabei, eine Kultur des Friedens neu zu entwickeln? Das biblische Gesetz über kriegsgefangene Frauen kommt dabei ebenso in den Blick, wie Kriegsdarstellungen auf assyrischen und antiken Reliefs und das Zurückgreifen auf apokalyptische Bilder in gegenwärtigen Kriegsfilmen.